Michael's Seglerseiten

 
19 | 05 | 2012

Wind und Seegang

Wetter aktuell

     

 

Windstärkeskala nach Beaufort 

 

Beaufort 
Skala
Geschwindigkeit 
Knoten [kn]
Geschwindigkeit 
[km/h]
Geschwindigkeit 
[m/s]
Windstärke wind force
0   <1     <1 0 - 0,2 Stille calm
1   1 -  3     2 -    6 0,3 - 1,5 Leiser Zug light air
2   4 -  6     7 -   11 1,6 - 3,3 Leichte Brise light breeze
3   7 - 10   12 -   19 3,4 - 5,4 Schwache Brise gentle breeze
4 11 - 16   20 -   30 5,5 - 7,9 Mäßige Brise moderate breeze
5 17 - 21   31 -   39 8,0 - 10,7 Frische Brise fresh breeze
6 22 - 27   40 -   50 10,8 - 13,8 Starker Wind strong breeze
7 28 - 33   51 -   61 13,9 - 17,1 Steifer Wind near gale
8 34 - 40   61 -   74 17,2 - 20,7 Stürmischer Wind gale
9 41 - 47   75 -   87 20,8 - 24,4 Sturm strong gale
10 48 - 55   86 - 102 24,4 - 28,4 Schwerer Sturm storm
11 56 - 63 103 - 117 28,5 - 36,2 Orkanartiger Sturm violent storm
12 über 64 über 118 32,7 - 36,9 Orkan hurricane

 

 

Seegangsskala 

 

Grad Seegang Wellenhöhe in [m]  sea
Tiefsee (Atlantik) Flachsee (Ostsee) Adria
0 Völlig ruhige  See - - - calm-glassy
1 Ruhige, gekräuselte See 0-0,2 0,05 0,05 calm-rippled
2 Schwach bewegte See 0,5-0,75 0,6 0,2 smooth wavelets
3 Leicht bewegte See 0,8-1,2 1,0  0,8 slight
4 Mäßig bewegte See 1,2-2,0 1,5 1,3 moderate
5 Grobe See 2,0-3,5 2,3 bis 2,0 rough
6 Sehr grobe See 3,5-6,0 3,0 2,6 very rough
7 Hohe See mehr als 6 4,0 bis 3,5 high
8 Sehr hohe See bis 20 5,5 bis 6,0 very high
9 Außergewöhnlich schwere See bis 20 - bis 9,0 phenomenal

 

 

Sichtweiten

 

Grad nautisch bis: metrisch bis: Sicht visibility
0 0,25 kl 50 m Sehr dichter, dicker Nebel dense fog
1 1 kl 200 m Dichter, starker Nebel thick fog
2 2,5 kl 500 m Mäßig dichter, mäßiger Nebel fog
3 0,5 sm 1 km Leichter, dünner Nebel moderate fog
4 1 sm 2 km Sehr starker Dunst, diesig very poor visibility
5 2 sm 4 km Starker Dunst, schwach diesig poor visibility
6 5 sm 10 km Mäßiger Dunst, mäßige Sicht moderate visibility
7 10 sm 20 km Mäßig gute Sicht good visibility
8 25 sm 50 km Sehr gute Sicht very good visibility
9 >25 sm über 50 km Außergewöhnlich gute Sicht excellent visibility

kl=Kabellänge; sm=Seemeile

 

Flaggenalphabet

Flaggenalphabet

Das Flaggenalphabet dient der optischen Kommunikation in der Schiffahrt nach dem internationalen Signalbuch von 1901. Die Signalflaggen gibt es seit 1931. Seit 1934 werden sie international benutzt.

 

A
Alfa
B
Bravo
C
Charlie
D
Delta
E
Echo
F
Foxtrot
·- -··· -·-· -·· · ··-·
G
Golf
H
Hotel
I
India
J
Juliett
K
Kilo
L (Lima)
--· ···· ·· ·--- -·- ·-··
M
Mike
N
November
O
Oskar
P
Papa
Q
Quebec
R
Romeo
-- --- ·--· --·- ·-·
S
Sierra
T
Tango
U
Uniform
V
Viktor
W
Whiskey
X
Xray
··· - ··- ···- ·-- -··-
Y
Yankee
Z
Zulu


Hilfsstander
1
Hilfsstander
2
Hilfsstander
3

-·-- --··



Signalbuch- u.
Antwortwimpel
0
Nadazero
1
Unaone
2
Bissotwo

----- ·---- ··---
3
Terrathree
4
Kartefour
5
Pantafive
6
Soxisix
···-- ····- ····· -····
7
Setteseven
8
Oktoeight
9
Novenine


--··· ---·· ----·

Lichterführung auf See

Lichterführung auf Seenach KVR

Die vorgeschriebenen Lichter sind zwischen Sonnenuntergang und Sonnenaufgang sowie bei verminderter Sicht zu setzen und ermöglichen es, Lage und Art anderer Fahrzeuge zu erkennen, um dann Rückschlüsse auf ihren Kurs und die Möglichkeit der Gefahr eines Zusammenstoßes zu ziehen. 

Fahrzeugart   Lichterführung
Kleinfahrzeuge bis 7 m Länge mit einer Höchstgeschwindigkeit von max. 7 Knoten
1 Vollkreislaterne weiß
Maschinenfahrzeuge bis 20 m Länge
1 Topplaterne
1 Backbordlaterne
1 Steuerbordlaterne
1 Hecklaterne
Maschinenfahrzeuge bis 20 m Länge
1 Topplaterne
1 doppelfarbige Seitenlaterne
1 Hecklaterne
Maschinenfahrzeuge bis 12 m Länge, wenn von der Bauart Topp- und Hecklaterne nicht geführt werden können
1 Vollkreislaterne weiß
1 doppelfarbige Seitenlaterne
Maschinenfahrzeuge bis 12 m Länge, wenn von der Bauart Topp- und Hecklaterne nicht geführt werden können
1 Vollkreislaterne weiß
1 Backbordlaterne
1 Steuerbordlaterne
Motorfahrzeuge von 12 m bis 20 m Länge
1 Topplaterne
1 doppelfarbige Seitenlaterne
1 Hecklaterne
Motorfahrzeuge von 12 m bis 20 m Länge
1 Topplaterne
1 Backbordlaterne
1 Steuerbordlaterne
1 Hecklaterne
Motorfahrzeuge bis 50 m Länge
1 Topplaterne
1 Backbordlaterne
1 Steuerbordlaterne
1 Hecklaterne
Segelfahrzeuge bis 20 m Länge unter Segel
1 dreifarbige Seglerlaterne
 
1 Backbordlaterne
1 Steuerbordlaterne
1 Hecklaterne
 
1 doppelfarbige Seitenlaterne
1 Hecklaterne
Segelfahrzeuge über 20 m Länge unter Segel
1 Vollkreislaterne rot
1 Vollkreislaterne grün
1 Backbordlaterne
1 Steuerbordlaterne
1 Hecklaterne
  Motor- und Segelfahrzeuge vor Anker auf Grund und an der Pier
...unter 50 m Länge vor Anker
1 Vollkreislaterne weiß
.......ab 12 m Länge auf Grund
1 Vollkreislaterne weiß
2 Vollkreislaternen rot im Mast übereinander
......unter 50 m Länge an der Pier
1 Vollkreislaterne weiß zur Wasserseite
Manövrierbehinderte Segel- oder Maschinenfahrzeuge über 12 m Länge
zusätzlich zur vorgeschriebenen Navigationsbeleuchtung:
2 Vollkreislaternen rot
1 Vollkreislaterne weiß
Manövrierunfähige Segel- oder Maschinenfahrzeuge über 12 m Länge
zusätzlich zur Steuerbord-, Backbord- und Hecklaterne:
2 Vollkreislaternen rot übereinander
  Fahrzeuge unter 50 m Länge benötigen nur 1 Topp- und 1 Ankerlaterne
in Fahrt
2 Topplaternen
1 Backbordlaterne
1 Steuerbordlaterne
1 Hecklaterne
manövrierunfähig
2 Signale rot
manövrierbehindert
2 Topplaternen
1 Backbordlaterne
1 Steuerbordlaterne
2 Signale rot
1 Signal weiß
1 Hecklaterne
vor Anker
2 Signale weiß
auf Grund
2 Signale rot
2 Signale weiß
Lotsenfahrzeug im Einsatz
1 Signal weiß
1 Signal rot
1 Backbordlaterne
1 Steuerbordlaterne
1 Hecklaterne
Polizeifahrzeug im Einsatz
1 Funkelicht
1 Topplaterne
1 Backbordlaterne
1 Steuerbordlaterne
1 Hecklaterne
Motorfahrzeug bis 12 m Länge
1 Topplaterne
1 Backbordlaterne
1 Steuerbordlaterne
1 Hecklaterne
  Fischereifahrzeug im Einsatz
Fahrt durchs Wasser
1 Signal grün
1 Signal weiß
1 Backbordlaterne
1 Steuerbordlaterne
1 Hecklaterne
1 Topplaterne (über 50m)
ohne Fahrt durchs Wasser
1 Signal rot
2 Signale weiß
Bagger- und Unterwasserarbeiten
4 Signale rot
1 Signal weiß
2 Signale grün
4 Signale rot
2 Signale grün
1 Signal weiß
2 Topplaternen
1 Backbordlaterne
1 Steuerbordlaterne
  Schlepp- und Schubverbände in Fahrt
Schute
3 Topplaternen
2 Signale rot
1 Signal weiß
2 Backbordlaternen
Zugfahrzeug
2 Steuerbordlaternen
2 Hecklaternen
1 gelbe Hecklaterne
Schwimmendes Zubehör
1 Signal weiß
Tiefgangbehinderte Fahrzeuge
3 Signale rot
2 Topplaternen
1 Backbordlaterne
1 Steuerbordlaterne
1 Hecklaterne
Fahrzeuge beim Minensuchen
3 Signale grün
2 Topplaternen
1 Backbordlaterne
1 Steuerbordlaterne
1 Hecklaterne

Navigation

Grundlagen

Erdmagnetismus

Die Erde ist von einem weitgehend homogenen Magnetfeld umgeben, das man sich als einzelne Kraftlinien zusammengesetzt vorstellen kann. Die magnetische Achse läuft zum magnetischen Nord- und Südpol. Die beiden magnetischen Pole liegen jedoch nicht an der gleichen Stelle wie die geographischen Pole. Die Lage der magnetischen Pole wandert langsam auf einer Ellipse um die geographischen Pole.

Magnetkompass

Der Magnetkompass besteht aus einer Metallscheibe mit aufgedruckter Kompassrose und einer magnetischen Stahlnadel. Sie sind miteinander verbunden auf einer Spitze frei drehend und fast widerstandsfrei aufgehängt. Die Bewegungen dieser Kompassrose wird durch eine Flüssigkeit, oftmals Alkohol, gedämpft. Über einen am Sichtfenster des Magnetkompasses angebrachten Steuerstrich wird der Winkel zwischen der Fahrtrichtung des Schiffes und dem magnetischen Nordpol über die Gradeinteilung angezeigt. Für Yachtkompasse gibt es die  ISO Norm Nr. 2269

Missweisung (Mw), Variation

Der Winkel zwischen geographischen und magnetischen Meridian an einem Ort wird als Missweisung bezeichnet. Sie ist je nach der Position auf der Erdkugel unterschiedlich. Die Missweisung kann der aktuellen Seekarte entnommen werden und gilt für diese Karte. Sie ändert sich von Ort zu Ort und von Jahr zu Jahr.
In der Kompassrose, die auf jeder Seekarte vorhanden ist findet man die Angaben zur Missweisung.
Die Missweisung ist positiv (+) oder auch Ost (E), wenn die Kompassnadel nach Ost vom geographischen Meridian abweicht, und negativ (-) oder West (W), wenn sie nach West abweicht.

Ablenkung (Abl), Deviation

Die Kompassanzeige wird durch Magnetfelder Stromführende Leitungen, anderer Geräte an Bord des Schiffes oder den Schiffskörper des Bootes zusätzlich abgelenkt. Die individuelle Ablenkung wird während des Betriebs festgestellt. Ist die Ablenkung sehr groß, z.B. bei Stahlschiffen, muss der Kompass kompensiert werden, hier werden kleine Magneten z.B. so eingesetzt das diese Ablenkungen verringert (kompensiert) werden. Eine derartige Kompensation ist nicht bei jedem Kompass möglich. Nur spezielle hochkompensierbare Kompasse sind in der Lage große Deviationen auszugleichen aber nicht ganz zu beheben.
Die verbleibende Ablenkung jedes Magnetkompasses wird für alle Richtungen in einer Deviationstabelle ausgewiesen. Für den jeweiligen Kurs muss die Deviation muss berechnet werden.

 

Berechnungen

Umwandeln des Kurses

Zum ermitteln eines Kurses wird der geplante Kurs in die Karte als Linie eingezeichnet. Der Kurs, welcher der Karte entnommen wurde ist rechtweisend.  Wollen wir mit diesem Kurs steuern, muss er unter Berücksichtigung der Missweisung und Deviation in den Magnetkompasskurs umgerechnet werden.

Gedächtnisregel

Nennt man den rechtweisenden Kurs richtig und den Magnetkompasskurs falsch so ergibt sich:
- vom Falschen zum Richtigen mit richtigen Vorzeichen
d.h. Missweisung und Ablenkung werden mit richtigem Vorzeichen eingesetzt.
- vom Richtigen zum Falschen mit falschen Vorzeichen
d.h. Missweisung und Ablenkung werden mit falschem Vorzeichen eingesetzt.

MgK - Magnetkompass-Kurs - Der Magnetkompass-Kurs ist der Winkel zwischen der Recht-Voraus-Richtung und Magnetkompass-Nord. Er wird am Kompass abgelesen.

Abl - Ablenkung - Die Ablenkung ist der Winkelunterschied zwischen missweisendem Kurs und Magnetkompass-Kurs. Sie ergibt sich aus magnetischen Einflüssen an Bord und wird aus der Schiffseigenen Deviationstabelle abgelesen.

mwK - Mißweisender Kurs - Der rechtweisende Kurs der schon um die Missweisung ergänzt wurde

Mw - Missweisung - Der Winkelunterschied zwischen geographisch Nord und magnetisch Nord. Wird der Seekarte entnommen

rwK - Rechtweisender Kurs - Der Kurs der aus der Karte entnommen wurde.

Beispiel:
Gegeben: MgK=245°, Abl=+4,0°,Mw=+1,0°
Gesucht: rwk

  MgK = 245°
Abl = +4,0°
mwK = 249°
Mw = +1,0°
rwK = 250°

Gegeben: rwK=010°, Abl=-1,0°,Mw=-3,0°
Gesucht: MgK

  MgK = 14°
Abl = +1,0°
mwK = 013°
Mw = +3,0°
rwK = 010°

IALA Betonnungssystem

Maritimes IALA -  Betonnungssystem

Kardinale Zeichen

Bezeichnen allgemeine Gefahrenstellen. Sie werden in Verbindung mit den Kompassrichtungen verwendet und zeigen an, in welcher Richtung, von der Gefahrenstelle aus gesehen, die Passierseite liegt. Eine allgemeine Gefahrenstelle ist in der Regel mit einer oder mehreren kardinalen Zeichen bezeichnet, die für die verschiedenen Quadranten den Bezug zur Lage der Gefahrenstelle angeben.

Für kardinale Zeichen ist keine bestimmte Form vorgeschrieben, meist werden aber Baken- oder Spierentonnen verwendet. Sie haben immer einen in waagerechten Bänder unterteilten gelb- schwarzen Anstrich. Die auffälligen Doppelkegeltoppzeichen sind immer schwarz. Wenn man die Spitzen der Toppzeichen als Richtungsweiser bezüglich des schwarzen Bandes auf dem Zeichen ansieht, lässt sich daraus folgende

Merkmalregel ableiten:

Spitze nach oben schwarz über gelb (Norden)

Spitze nach unten schwarz unter gelb (Süden)

Spitzen voneinander schwarze Bänder über und unter gelb (Ost)

Spitzen zueinander schwarzes Band inmitten von gelb (West).

 

Laterale Zeichen

Fahrwassertonnen

Steuerbord

Backbord

Bei den Lateralen Zeichen werden die Farben rot und grün bei Tag und Nacht zur Kennzeichnung der Backbord- bzw. Steuerbordseite von Fahrwassern angewendet. Hierbei folgt man einer "festgelegten Betonnungsrichtung", die im allgemeinen die Hauptrichtung einer Hafenzufahrt, eines Flusses oder eines Wasserweges von See kommend ist. Sie ist in allen Fällen aus der Seekarte zu ersehen.

 

Mittelfahrwasserzeichen

Das Mittefahrwasserzeichen zeigt tiefes Wasser an, kennzeichnet aber keine Gefahr. Mittefahrwasserzeichen können z.B. zur Bezeichnung einer Fahrwassermitte oder einer Ansteuerung verwendet werden.

Äußerlich unterscheidet sich das Mittefahrwasserzeichen deutlich von denjenigen Zeichen, die zur Kennzeichnung von Gefahren verwendet werden. Sie sind Kugelförmig oder auch baken- oder spierenförmig und tragen einen einzelnen Ball als Toppzeichen. Sie sind die einzigen Zeichen, die senkrecht gestreifte Anstriche tragen. (rot-weiß).

 

Einzelgefahrenstelle

Das Einzelgefahrzeichen wird auf einer Gefahrenstelle von geringer Ausdehnung ausgelegt, die an allen Seiten passiert werden kann. Auffällige Doppelballtopzeichen und Kennungen mit zwei Blitzen geben dem Einzelgefahrenzeichen einen ähnlichen Charakter wie den kardinalen Zeichen.
 

Sonderzeichen


Sonderzeichen dienen nicht in erster Linie der Navigation, sondern bezeichnen ein besonderes Gebiet oder einen besonderen Punkt. Die Bedeutung des Zeichens muss der Seekarte oder anderen nautischen Veröffentlichungen entnommen werden.

Sonderzeichen haben einen gelben Anstrich. Sie können mit einem gelben x- Topzeichen versehen sein. Wenn sie befeuert sind, wird gelbes Licht angezeigt. Um zu vermeiden, dass gelbes Licht bei schlechter Sicht verwechselt werden kann, werden bei den Sonderzeichen grundsätzlich andere Kennungen verwendet als bei den Zeichen mit weißen Licht.

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